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Märkisch-Oderland
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Einsparungen geplant - Dramatische Folgen für Opferarbeit befürchtet

Der WEISSE RING, Deutschlands größte Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, schlägt Alarm: Der Fonds Sexueller Missbrauch (FSM), eine zentrale Unterstützung für Betroffene von sexualisierter Gewalt, steht vor dem Aus. Die Bundesregierung plant, das Ergänzende Hilfesystem (EHS) zum 31.12.2028 einzustellen – mit dramatischen Folgen für Betroffene. Bereits ab 31.08.2025 sind keine Erstanträge mehr möglich, Bewilligungen nur noch bis 31.12.2025. 

Die Zahl der Erstanträge auf Hilfen aus dem FSM stieg 2023 bundesweit um 21 Prozent, was den dringenden Bedarf bestätigt. Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass auch nach 2025 Gelder bereitstehen und keine Anträge aus finanziellen Gründen abgelehnt werden.

Dramatische Folgen auch für Betroffene in Märkisch-Oderland

In der Region Märkisch-Oderland verzeichnet der WEISSE RING weiterhin eine alarmierend hohe Zahl von Fällen sexualisierter Gewalt und Missbrauch. Die Opferhilfe vor Ort ist essenziell, doch ohne den FSM droht Betroffenen der Verlust einer wichtigen Anlaufstelle. Der WEISSE RING fordert daher dringend:

  • Die sofortige Änderung der Richtlinie zur Gewährung von Hilfen für Betroffene sexualisierter Gewalt.
  • Die Aufhebung der Frist für Erstanträge (31.08.2025).
  • Ausreichende finanzielle Mittel für die Bearbeitung und Bewilligung von Anträgen.
  • Keine ersatzlose Streichung des FSM ohne eine funktionierende Alternative.

Bernhard Grabietz, Außenstellenleiter Märkisch-Oderland: „Hilfe darf nicht am Geld scheitern. Das Ergänzende Hilfesystem EHS bietet eine niedrigschwellige, unbürokratische Unterstützung – anders als das 2024 in Kraft getretene Soziale Entschädigungsrecht (SGB XIV), das für viele Betroffene unzugänglich bleibt. Allein in Märkisch-Oderland haben wir bis März diesen Jahres schon 13 Opferfälle sexualisierter Gewalt betreut. Hierbei sind die Leistungen aus dem EHS ein wichtiger Baustein unseres Hilfssystems und maßgeblich für die Opferarbeit.“

Der WEISSE RING kämpft für die Opfer
Seit 1976 setzt sich der WEISSE RING für Opfer von Kriminalität ein. In Märkisch-Oderland stehen aktuell neun ehrenamtlichen Opferhelferinnen und Opferhelfer Betroffenen zur Seite – doch ohne finanzielle Sicherheit für den FSM droht eine erhebliche Lücke in der Opferhilfe. Der WEISSE RING fordert die Bundesregierung auf, Verantwortung zu übernehmen und den Fonds dauerhaft abzusichern. Ein ersatzloses Streichen wäre ein fatales Signal für Betroffene sexualisierter Gewalt. Die Forderung nach einer Fortführung des FSM wird zudem von der Bundesarbeitsgemeinschaft Feministischer Organisationen gegen sexuelle Gewalt, der Bundeskoordinierung spezialisierter Fachberatungsstellen (BAG FORSA), dem Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) sowie der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention (DGfPI) unterstützt.

Kontakt für Presseanfragen: presse@weisser-ring.de | Tel.: 06131 8303-4000 | www.weisser-ring.de

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